Pfannkuchen im Wald

Impressionen vom Waldtag

  

Der Boden ist nass, ab und zu fallen noch ein paar Regentropfen vom Himmel – beste Voraussetzungen für einen spannenden Vormittag im Wald mit Pfützen- und Matschgarantie. Gegen 8 Uhr morgens stampft die Kindergruppe, allesamt Vorschulkindern aus allen Gruppen des Kinderhauses, die Frösche als reine Krippengruppe ausgenommen, in Richtung Roßdörfer Platz los. Begleitet werden sie von den Erzieherinnen Renate Göllner und Christine Fink. Ziel ist der Parkplatz am Restaurant Bölle, wo Naturpädagoge Matthias Schattenfroh zur Gruppe hinzustoßen wird. 

Nach einer kurzen Fahrt mit der Straßenbahn erreicht die Gruppe das Bölle und somit den Wald. Jetzt können die Kinder im Wald in der nahen Umgebung umherflitzen oder genüsslich ins Frühstücksbrot beißen. Dann sind auch schon Matthias, begleitet von seiner kleinen Tochter, da. Gespannt warten die Kinder auf die kurze Ansage von Matthias, was sie erwarten wird. Und sie können sich freuen: Denn heute gibt es Pfannkuchen mit Holunderblüten. Die Holunderblüten sammelt die Gruppe im Wald, der Teig wird später gemeinsam mit der Gruppe angerührt und die Pfannkuchen im Wald auf einem Brenner gebacken.

Über Stock und Stein wandert die Gruppe durch den Wald, staunt über die zahlreichen Nacktschnecken und die vielen kleinen Kaulquappen im Bach. Die wunderbar schlammigen Pfützen laden die Kinder zum Hüpfen und Matschen ein. Ein Mädchen findet einen der letzten Maikäfer dieser Saison und trägt ihn behutsam, wie ein kleines Haustierchen, auf der Hand durch den Wald.

Die Gruppe erreicht eine offene Waldhütte unweit des Waldkunstpfads. Zunächst stärken sich die Kinder an den mitgebrachten Pausenbroten und Leckereien von zuhause. Danach beginnt das von Matthias geplante „Programm“. Zu Beginn erzählt der Naturpädagoge den in einem Sitzkreis versammelten Kindern eine Geschichte über ein Fußballspiel zwischen Kindern und Hexen sowie weiteren Ungetümen. Diese ist so lustig, dass sich die Kinder von Lachen kugeln und den Bauch halten müssen. Danach lädt Matthias zu Spielen im Wald ein – alle Kinder dürfen mitmachen, müssen aber nicht. Es sind Vertrauensspiele. Jeweils eine kleine Gruppe Kinder lässt sich die Augen verbinden und von sehenden Kindern, kreuz und quer durch den Wald, zu einem Baum führen. Diesen müssen sie ertasten – wie ist der Umfang, ist da vielleicht ein Ast, an dem man sich orientieren kann oder etwa Moos? Danach werden die Kinder an einen anderen Ort gebracht und die Augenbinde entfernt. Nun soll das jeweilige Kind „seinen Baum“ wiederfinden. Auch das nächste Spiel hat viel mit Vertrauen zu tun. Eine Gruppe Freiwilliger lässt sich die Augen verbinden. Matthias hat sich ein weitentferntes Plätzchen im Wald gesucht und klopft zwei Hölzer aufeinander. Die Kinder müssen nun diesem Geräusch entgegengehen – ohne zu sehen. Die sehenden Kinder dürfen helfen, Tipps geben, wenn ein Baum oder ein tiefhängender Ast im Weg ist. Die anderen Kinder, die sich nicht an den Spielen beteiligen wollen, toben derweil im Wald umher, bauen Astzelte oder schnitzen unter Aufsicht mit ihren Kindermessern an Stöcken.

Das Toben und Spielen macht hungrig und die Kinder freuen sich schon auf das Mittagessen. Gemeinsam mit Matthias rühren die Kinder den Teig für die Pfannkuchen zusammen, fügen die selbst gepflückten Holunderblüten bei. Die Kinder und Erwachsenen lassen sich die köstlich duftenden Pfannkuchen schmecken und machen sich dann auch schon bald, nach einem gelungenen Vormittag, auf den Rückweg ins Kinderhaus.