Vortrag zur Veranstaltungsreihe: Aspekte der Vielfalt

Donnerstag, den 11.04.2019, konnten wir in der PAE Herrn Abdel Fattah (M. A., Autor, systemischer Coach und Gründer des Beratungs- und Fortbildungsunternehmen „Kita Management Dresden e.K.) begrüßen. Er hielt für unsere erste Veranstaltung im Rahmen der neu gestalteten offenen Bildungsarbeit einen Vortrag zu „Chancen und Grenzen der frühkindlichen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit geflüchteten und nichtdeutschen Familien“.

Dabei startete er mit seiner eigenen transnationalen Kindheit in Ost-Deutschland und Ägypten und den Erfahrungen und Herausforderungen, denen er und seine Familie sich gestellt hatten. Anhand dieser persönlichen Erzählung beschrieb er erste Grundsätze für einen „gelingenden Wechsel in kulturell neue Lebenswelten“. Zur besseren Einordnung folgte eine Beschreibung allgemeiner kultureller und sozialer Dimensionen von Flucht, um schließlich zu den von ihm formulierten elf „Grundsätzen und Bedingungen zur Aufnahme und Betreuung von Kindern mit Flucht- und Migrationshintergrund“ zu gelangen.

Diese Grundsätze entstammen seinem 2016 erschienenen Buch „Flüchtlingskinder in der Kita. Praxishandbuch zur Aufnahme und Betreuung von Kindern mit Flucht- und Migrationshintergrund“, in welchem er sein Wissen und seine persönlichen Erfahrungen in diesem Gebiet zusammengefasst hatte:

Die Arbeit mit Kindern mit Flucht- und Migrationshintergrund bzw. mit Kindern prinzipiell sei dabei vorrangig eine Haltungsfrage. Erst durch eine offene wertschätzende Gleichbehandlung aller Kinder und Ihrer Ansprüche könne eine Normalität geschaffen werden, die es ermögliche den Bildungs- und Erziehungsauftrag für alle Kinder zu erfüllen.

Diese wertschätzende Gleichbehandlung müsse sich auch auf die Eltern fortsetzen, alle Beteiligten müssen vorrangig als Menschen gesehen werden, die ein berechtigtes Interesse an der Entwicklung Ihres Kindes habe und mit den gleichen Rechten und Pflichten an der Betreuungssituation beteiligt sind. Durch eine konsequente Öffnung der Kita für alle Kinder und der Etablierung einer Kultur der Vielfalt werde dabei die inklusive Öffnung als langfristiger Prozess angestoßen.

Das Interesse an der Veranstaltung war groß: Neben Studierenden der Fachschule konnten wir auch viele Besucherinnen und Besucher aus der Praxis begrüßen. Diese geballte Fachlichkeit und Erfahrung zeigte sich auch in der anschließenden Diskussion, in der zum einen die Bestätigung gewonnen wurde, dass man schon vieles richtigmacht, gleichzeitig aber klar wurde, dass es immer noch viele Konfliktlinien und zu bewältigende Hindernisse gibt.

Wir freuten uns über den regen Austausch und die gelungene Veranstaltung.