Unsere Studienfahrt nach Köln

Unsere Studienfahrt nach Köln 
 
Wie alles begann …

Für unsere Studienfahrt entschieden wir uns für Köln. Die Stadt ist nicht nur schnell erreichbar, sondern bietet auch zahlreiche Möglichkeiten für unser Projekt. Zudem kannten einige Lehrer bereits Einrichtungen, die sich gut für einen Besuch mit einer größeren Gruppe eigneten. 
 
Die Fahrt war Teil eines Leistungsnachweises: Schon im Vorfeld hatten wir in Gruppen Handlungskonzepte erarbeitet, die wir später als Tischpräsentationen vorstellen sollten. In Köln vereinbarte jede Gruppe einen Hospitationstermin in einer passenden Einrichtung. Während der Rundgänge präsentierten wir unsere Konzepte und ergänzten sie durch kurze Beiträge, sodass der Leistungsnachweis vervollständigt wurde. 
 
Am Ende war die Studienfahrt nicht nur ein interessanter Ausflug, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. 

Über Stock und über Stein: Unsere Begegnung mit Naturkindern 

Da gute Kontakte zu einem Naturkindergarten in Darmstadt-Eberstadt bestanden, beschlossen wir im Vorgriff auf die Studienfahrt im Herbst diese Einrichtung bereits am 06.06.2025 zu besuchen. 

Der Naturkindergarten des Freundeskreises Eberstädter Streuobstwiesen e.V. wurde 2005 von Oliver Haase gegründet. Er empfing uns an diesen Freitag beim Streuobstwiesenzentrum, gab uns Informationen und führte uns gemeinsam mit den Kindern zum Waldplatz der Kindergruppe. Sie besteht aus 20 Kindern im Alter von 3-6 Jahren. Es gab plötzlich einen kräftigen Regenguss, der uns praktisch vorführte, was es bedeutet, ganztags in der Natur zu sein. Während wir Schutz unter einer schnell und fachmännisch aufgespannten Plane suchten, zuckten die Kinder mit den Schultern und meinten, sie hätten schon schlimmeres Wetter erlebt. 

Unter der Plane stand uns Oliver für Fragen zur Verfügung wie zum Beispiel: Wo gehen die Kinder auf Toilette? Wie waschen sie sich die Hände?  Wie begegnen die Pädagog*innen Vorurteilen beispielsweise gegenüber mangelnder Feinmotorik? 

Oliver konnte alle Fragen beantworten, Einwände entkräften und überzeugte durch seine Freundlichkeit, seine authentische Art und sein Engagement. Mehrere von uns zeigten Interesse an einer Hospitation. 

Besuch der Freien Waldorfschule Köln – mehr als nur den Namen tanzen 

Am 18. Sept.2025 sind wir, nach einer halben Stunde Verspätung der Deutschen Bahn, trotzdem rechtzeitig an der Freien Waldorfschule Köln angekommen.  

Frau Henseleit, die Klassenlehrerin der 3. Klasse, hat uns zunächst ausführlich über die Schule, das Waldorf- Konzept und die besondere Haltung der Lehrkräfte aufgeklärt. Mit großem Interesse bewunderten wir die selbst gestaltete Kreidetafel, die an der Wand hängenden Mal-Bilder und die Naturmöbel. 

Anschließend haben wir das Schulgebäude besichtigt, sowie das Bio-Schulrestaurant, Sportplatz, den Garten und den handwerklich-künstlerischen Raum besichtigt.  

Reggio – Die 100 Sprachen der Kinder                      

Nach dem Ausflug zur Waldorfschule machten wir uns auf zur Kita der Universität zu Köln Paramecium. Die Leitung Alice Cazzadore empfing uns sehr herzlich und stellte uns die Räumlichkeiten der Kita vor. Sie betonte, dass die Architektur auf die reggianische Haltung und Arbeitsweise angepasst wurde. Somit ist das Gebäude wie ein Spiegel aufgebaut, d.h. die linke und rechte Seite gleichen sich.

Es gibt zwei U2-Bereiche mit jeweils 20 Kindern pro Gruppe. Die kleinsten Kinder beginnen ihre Kita-Reise bereits ab dem vierten Lebensmonat. Die zwei Ü2-Bereiche gliedern sich in den „Bauraum“ und das „Atelier“. In den Räumen finden sich viele verschiedene Materialien, welche die Kinder zum Spielen und Agieren anregen. Für das ungeschulte Auge wirken die Materialregale wie ein kleiner Trödelladen.

Die spiegelverkehrten Seiten verbindet die Piazza, welches das sogenannte Herzstück der Einrichtung ist. Hier treffen sich die Kinder einmal pro Woche und besprechen Dinge, die in der Woche anstehen und singen gemeinsam. Einmal im Monat versammeln sich die Kinder mit ihren Eltern in der Piazza Canto und die Kinder können zeigen, was sie in ihrem Alltag erleben. Über der Piazza thront ein Klettergarten aus Netzen, welcher die Kinder zur Bewegung anregt.

Im Außengelände der Einrichtung befindet sich ein kleiner Nasch-Garten. Dort pflanzen die Kinder Gemüse und Obst an. Auch die Pflege und Dokumentation übernehmen die Kinder. Sie machen Fotos und malen Bilder, welche an den Zaun des Nasch-Gartens gehängt werden.

Ein Highlight der Einrichtung sind die zwei Schildkröten Rosie und Herbert. Sie leben in einem kleinen Gehege im Außenbereich. Jetzt im Herbst kommen sie wieder in das Terrarium auf der Piazza. 

Die Hauptdokumentation läuft über die sogenannten „Sprechenden Wände“. Hier werden Fotos von Kindern, Zeichnungen, Postkarten und Bezüge zum Alltag gesammelt. Beispielsweise wurde ein Projekt zu einem Fuchs ausgehängt. Die Kinder haben gemeinsam mit ihren Erziehern eine Wildkamera aufgestellt und konnten so den Fuchs bei Nacht beobachten. Auch wenn neue Kinder in die Gruppe kommen, wird dies angekündigt. 

Wir haben uns sehr über diesen Einblick in die reggianische Arbeit gefreut und konnten einige Dinge für unsere eigene Arbeit mitnehmen. 

Die Sache mit dem Deckel auf‘s Glas – Besuch im Päffgen

Ein besonderes Highlight war das gemeinsame Abendessen im Päffgen, einer der traditionsreichsten Kölner Brauhäuser. Dort bekamen wir einen Einblick in die kölsche Braukultur. Serviert wurde das frisch gezapfte Kölsch, das in typischen kleinen Gläsern („Stangen“) an den Tisch gebracht wurde. Die Atmosphäre war urig, lebendig und herzlich, ganz typisch für Köln. Neben dem Bier probierten wir auch klassische rheinische Spezialitäten wie Tatar mit Ei, Bierhaxe oder rheinischen Sauerbraten. 

Das Abendessen im Päffgen war nicht nur kulinarisch ein Erlebnis, sondern auch ein geselliger Abschluss des Tages. Es bot Gelegenheit, in entspannter Runde zusammenzusitzen, sich auszutauschen und den Tag voller neuer Eindrücke ausklingen zu lassen.      

„Hilf mir, es selbst zu tun“ live erleben - Montessori-Pädagogik 

Wir haben mit unserer Klasse einen Exkurs nach Köln unternommen, um die Montessori-Pädagogik und noch zwei weitere Pädagogiken in der Praxis kennenzulernen. 

Vor Ort wurden wir zunächst in zwei Gruppen aufgeteilt und wurden von der Kitaleitung Frau Van Weezep begrüßt. 

Die beiden Gruppen begannen mit einer ausführlichen Führung durch die Räume. Dort konnten wir sehen, wie die Umgebung nach den Prinzipien Maria Montessoris vorbereitet war. 

Besonders eindrucksvoll war die Atmosphäre. Die Kinder arbeiteten sehr konzentriert und selbstständig, ohne dass sie ständig angeleitet wurden. 

Freunde treffen, abhängen, daddeln: Offene Jugendarbeit

Die Alte Feuerwache Köln ist ein freies Kulturzentrum, das sich in einem denkmalgeschützten Gebäude mit großem Innenhof befindet. Dort gibt es ein breitgefächertes Angebot, wie beispielsweise den offenen Kindertreff, Lernförderung, Eltern-Kind-Gruppen, Flohmarkt, M*Treff, Jugendtreff, Ferienprogramme und vieles mehr. 

Wir haben uns den Jugendtreff angeschaut und viele wertvolle Einblicke in die freie Arbeit mit Jugendlichen erhalten. Der Jugendtreff ist jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag von 16:00 bis 20:00 Uhr geöffnet und richtet sich an alle Menschen im Alter von 12 bis 27 Jahren. In den zwei großen Räumen können die Jugendlichen gemeinsam Zeit verbringen, quatschen, essen und trinken. Es gibt eine Kreativecke, einen Tischkicker, Tischtennis, Darts, Brett- und Kartenspiele, eine Playstation und Nintendo Switch. Darüber hinaus existiert ein dritter Raum, in dem die Möglichkeit besteht, mit professioneller Begleitung Songs zu schreiben und aufzunehmen, zu singen und Gitarre, Keyboard oder Saz spielen zu lernen. Regelmäßig wird eine Bühne im Jugendzentrum aufgebaut, auf der sich die Jugendlichen auf kreative Art und Weise präsentieren können. Bei jeglichen Fragen, Themen und Anliegen stehen den Jugendlichen die beiden Betreuer Timo und Hidir mit Rat und Tat zur Seite.  

Thank you for the music

Am letzten Abend beschloss der Rest von uns, eine Karaoke-Bar aufzusuchen und nach Herzenslust zu singen und zu feiern! Keine*n hielt es auf den Plätzen und jede*r gab seine Sangeskünste zum Besten.

Wat wells de mache? 

Was in Köln passiert, bleibt in Köln! 

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer sehr Koordinierten Bad-Routine im 6-Personen-Zimmer starteten wir unser Abenteuer Köln unsicher zu machen. 

Unser Weg führte uns zu Fuß zur Kölner Seilbahn mit der wir den Rhein überquerten um die Domseite zu erreichen. Nachdem wir unser Leben an einem Stahlseil vorbeiziehen sahen hatten wir nach ca. 10 Minuten wieder festen Boden unter den Füßen. Wir schlenderten zu Fuß am Rheinufer entlang, Richtung Kölner Dom. Um unsere Nerven zu beruhigen kehrten wir in ein kleines Kaffee ein um uns mit der täglichen Dosis Kaffee zu versorgen. Danach löste sich unsere Klasse auf um die Stadt unsicher zu machen. Es wurde geshoppt, gebummelt, einer der ältesten Friedhöfe besichtigt und die Kultur genossen.  

Gegen 16:00 Uhr traf sich die ganze Klasse um gemeinsam den Kölner Dom zu besichtigen. Im Anschluss mobilisierten wir all unsere Kräfte um gemeinsam in unsere Jugendherberge Köln Deutz zurückzukehren um unser Gepäck zu holen gegen 18:20 Uhr ging es dann mit  dem ICE Richtung Heimat zu! 

 

Ein Erfahrungsbericht der Studierenden der Klasse 03FS7.